Late Autumn
Akibiyori

Vorstellung vom
  • Regie: Yasujirō Ozu
  • JP 1960
  • 128 Minuten
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Late Autumn

Sieben Jahre nach dem Tod ihres besten Freundes wollen drei alternde Männer die Tochter des Verstorbenen unter die Haube bringen, wobei alle drei vor allem für ihre Mutter, die schöne Witwe, schwärmen. Tochter Ayako ist 24 und denkt nicht im Traum ans Heiraten. Lieber lebt sie weiterhin mit ihrer Mutter Akiko zusammen; sie will diese nicht allein lassen. Das männliche Trio realisiert also, dass es die Mutter wieder verheiraten müsste, um der Tochter einen Mann zu bescheren. Und weil von ihnen selber nur einer als Witwer alleinstehend ist, kommt nur er für das Unterfangen in Frage.

DS

Werkangaben

Regie
Yasujirō Ozu
Drehbuch
Kōgo Noda, Yasujirō Ozu
Produktion
Shizuo Yamanouchi
Kamera
Yuharu Atsuta
Schnitt
Yoshiyasu Hamamura
Musik
Takanobu Saitō
Besetzung
Setsuko Hara (Akiko Miwa), Yōko Tsukasa (Ayako Miwa), Mariko Okada (Yuriko Sasaki), Keiji Sada (Shotaru Goto), Shin Saburi (Soichi Mamiya), Chishū Ryū (Shikichi Miwa), Nobuo Nakamura (Shuzo Taguchi)
Land, Jahr
JP 1960
Dauer
128 Minuten
Verleih
Trigon-Film

Begründung / Zitat

Der vollkommenste aller vollkommenen Ozu-Filme, mild, klar, leuchtend, erfüllt von Wärme und Trauer, endgültiger Stille und endlicher Alltäglichkeit, durchgeformt und abgründig, fein strukturiert, luzide, auf kunstvollste Art einfach.

H.T.
Filmmuseum.at, 2017

Kommentare

Selten hat man Yasujiro Ozu so locker gesehen, bei aller Strenge in der Inszenierung. Die Dialoge sind voll Witz und feinen Nadelstichen, die Tochter fühlt sich von der eigenen Mutter hintergangen und merkt dank ihrer kecken Freundin Yuriko erst spät, dass da ein paar ältere Mannsbilder am Planen sind. Sie tun das für ihren Freund, klar, aber sie tun es auch alles andere als selbstlos einfach für ihre Jugendliebe. «Meine Güte, ist das alles kompliziert!», heisst es auf dem Höhepunkt der melancholisch-burlesken Verwicklungen um die Frage, wer heiratet wann und wen und vielleicht sogar noch warum. Denn Liebe lässt sich bekanntlich weder erzwingen noch inszenieren. Bestechend freilich, wie Yasujiro Ozu in einfachster Weise das Geschehen in Szene setzt, wie alles seinen Lauf nimmt, fein getaktet von einer französisch angehauchten Musik, die dem Ganzen einen Touch von Leichtigkeit verleiht, die der strenge Meister hier erreicht. Ob sprachlich, räumlich oder ganz besonders ausgeprägt auch farblich, Late Autumn bietet einen in sich ruhenden Sehgenuss. Es ist Ozus drittletzter Film und einer von nur vier Farbfilmen, die er gedreht hat. Zum 50. Todestag wurde der Film unter Beteiligung ehemaliger Mitarbeiter Ozus und ausgehend vom Originalnegativ restauriert.


Trigon-Film

Das inbegriffliche Bild im Werk von Ozu: ein strahlender Berg voll herbstlich verfärbter Bäume im Blick von Mutter und Tochter, die sich gehalten darauf vorbereiten, Abschied zu nehmen, einander loszulassen, auseinanderzugehen. Ein Lächeln. Ein Glanz. Das Wunder der gewöhnlichen Dinge. Die Ahnung von Vergänglichkeit. Ozu filmt immer wieder den gleichen Film mit denselben Schauspielern, demselben Drehbuchautor, demselben Kameramann. Eine leichte Verschiebung der Teile bei unverändertem Kamerawinkel hat Banshun in Akibiyori verwandelt, den einsam gewordenen Vater in die allein zurückbleibende Mutter, den grossartigen Ryū Chishū in die nicht minder grossartige Hara Setsuko. Ozus Werk ist selbst zu jenem ruhigen Fluss der Verwandlung geworden, von dem es erzählt.

H.T.
Filmmuseum.at, 2017

Auszeichnungen

1961
Asia-Pacific Film Festival: Best Film, Best Cinematography, Best Supporting Actor (Nobuo Nakamura)

Filmografie (Auswahl)

1932
I Was Born, But... (Umarete wa mita keredo)
1949
Late Spring (Banshun)
1951
Early Summer (Bakushu)
1952
The Flavour of Green Tea over Rice (Ochazuke no aji)
1953
Tokyo Story (Tokyo monogatari)
1956
Early Spring (Sōshun)
1957
Tokyo Twilight (Tōkyō boshoku)
1959
Good Morning (Ohayo)
1959
Floating Weeds (Ukigusa)
1960
Late Autumn (Akibiyori)
1961
The End of Summer (Kohayagawa-ke no aki)
1962
An Autumn Afternoon (Sanma no aji)